NebuAd hat an der diesjährigen ad:tech i…

Juli 17, 2008

NebuAd hat an der diesjährigen ad:tech in New York ihre neue Behavioral Targeting Lösung vorgestellt. Im Unterschied zu anderen Anbietern, arbeitet NebuAd mit vielen ISPs zusammen um genauere Userdaten und bessere Benutzerprofile sammeln zu können. Von den ISPs erhält NebuAd die Daten über das Surfverhalten einzelner IPs. Daraus lassen sich natürlich sehr genaue Profile generieren. Die meisten BT Anbieter arbeiten aber so, dass sie über Werbeeinblendungen die Users kategorisieren. Damit hat man kein vollständiges Bild des Online-Verhaltens eines einzelnen Benutzer.

NebuAd hat mit dieser neuen Technologie eine Debatte in den USA ausgelöst, wie weit man mit Behavioral Targeting gehen darf und ab wann man die Privacy der Nutzer verletzt. Selbstverständlich sind die Surfdaten die NebuAd von den ISPs bekommt anonymisiert. Doch die Sorgen der Internetbenutzer sind verständlich. In diesen Surfdaten sind natürlich auch Sites mit drin, die der User nicht verwertet sehen möchte. Im schlimmsten Fall könnte in einem anonymen Profil stehen: Porn – Usage: 50%. Das wäre eine Sache. Aber noch Besorgnis erregender ist für die User die Nähe von NebuAd zu den ISPs. Denn die könnten die anonymen Profile einer realen Adresse zuordnen. So zumindest die Sorgen der Users.

Diese Besorgnis führte nun dazu, dass sich Kunden von den ISPs, die mit NebuAd zusammenarbeiten, sich bei ihrem Internetanbieter gemeldet oder sogar ihr Abo gekündigt haben. Die Reaktion der ISPs kam relativ schnell. 2 der Internetanbieter sind von der Partnerschaft mit NebuAd zurückgetreten. Weitere werden wohl noch folgen, wenn sich die Diskussion um NebuAd verschärft.

Wie würde so etwas in der Schweiz aussehen? Man nehme an, ein gut finanziertes Startup kauft sämtliche Logs von Bluewin, Sunrise, Tele2, Cablecom und noch 10 kleineren Anbietern um daraus eine riesige Profil-Datenbank zu erstellen. Für die Werber ein Traum! Werbung schalten „ohne“ Streuverlust. Perfekt auf das Nutzungsverhalten der User zugeschnitten. Was würde wohl passieren?

Ich denke, die Reaktionen in der Schweiz wären noch heftiger als in den USA. NebuAd kann mit Ihren Partnerschaften bei weitem nicht die ganze USA abdecken und Profile aller Amerikaner sammeln. In der Schweiz wäre dies aber durchaus machbar.

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One Response to “NebuAd hat an der diesjährigen ad:tech i…”


  1. […] und ethischer Aspekte, ein Beispiel dazu stellt der Fall des amerikanischen Unternehmens NebuAd […]


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