Irrtümer aus dem Bereich SEO

Juli 16, 2008

Rico Daniel
Geschäftsinhaber
Online Media Consulting GmbH

1. Ich muss meine Website bei Suchmaschinen anmelden

Noch immer werde ich häufig gefragt, bei welchen Suchmaschinen man seine Website anmelden soll, beziehungsweise welcher der vielen Submit Dienstleister denn der Beste ist?

Antwort: Keiner. Die Websites müssen NICHT bei Suchmaschinen angemeldet werden. Viel wichtiger ist es, die Website von anderen, bereits länger bestehenden Websites zu verlinken. Eine Suchmaschine folgt den Verweisen (Links) auf einer Website. Sobald eine Website im Internet von anderen Sites aus verlinkt ist, wird diese auch von den Suchmaschinen gespidert. Dazu genügen ein bis zwei Links von Websites, welche von den Suchmaschinen bereits indexiert sind.

2. Ich muss mich in möglichst vielen Linkverzeichnissen anmelden

Backlinks, das sind Links von fremden Websites, sind mitunter einer der wichtigsten Rankingfaktoren für Suchmaschinen. Je mehr Backlinks von verschiedenen URLs und von verschiedenen IP’s eine Website aufweisen kann, desto besser auch deren Ranking in den SERPs (Search Engine Result Pages). Dies gilt aber nicht für Linkverzeichnisse. Noch vor wenigen Jahren hatte jeder SEO ein paar Linkverzeichnisse und es reichte durchaus, sich in diversen einzutragen um ein mehr oder minder gutes Ranking zu erhalten. Suchmaschinen haben sich aber genau so weiterentwickelt wie der Rest des Internets. Heute bringt es rein gar nichts mehr sich in solchen „nutzlosen“ Verzeichnisdiensten einzutragen. Die wohl einzige, wichtige Ausnahme ist: www.dmoz.org , da ist ein Eintrag durchaus sinnvoll.

3. Ich muss möglichst viele Keywords in die Seite einbauen

Auch das ist ein weit verbreiteter Irrglaube. Es bringt absolut nichts, zehn oder zwanzig Keywords in eine Seite einzubinden. Idealerweise besteht  eine Seite aus ca. 4 Keywords / Keywordkombinationen und diese müssen passend zum Inhalt der entsprechenden Seite sein. Die im Titeltag gesetzten Keywords sollen vorzugsweise im Content wieder vorkommen. Idealerweise 2-3 mal und das Hauptkeyword auch im Titel <h1>.

4. Der Google PageRank

Je länger der grüne Balken von Google (Google PageRank), desto besser auch das Ranking in den SERPS, so die weitverbreitete Meinung. Das ist Quatsch. Der Google PageRank errechnet sich anhand eingehender uns ausgehender Links. Die interne Berechnung erfolgt laufend während der Public Page Rank (sichtbar in der Google Toolbar) nur alle paar Monate aktualisiert wird. Wer also für eine gute Verlinkung sorgt, wird automatisch auch einen PageRank von Google erhalten. Es bringt aber nichts mehr Seiten mit hohen PR’s zu suchen um dort Links einzukaufen, denn Google hat den PR mehr oder weniger undurchschaubar gemacht, damit es für Linkbroker nicht mehr so einfach ist die Preise für einen Link zu berechnen. Bis vor einem Jahr konnte man relativ genau anhand des Pageranks den Wert eines Backlinks bestimmen, diese Zeiten sind aber vorbei. Google hat sehr viele Seiten im PR abgestraft, ohne dass diese im Ranking abgestuft wurden. Vielmehr wollte Google diese Seiten strafen, damit sie nicht mehr ungehindert einfach Backlinks verkaufen können.

Hier ein Beispiel: Suchmaschinenoptimierung

Die Online Media Consulting steht seit Jahren auf Platz 1, vielleicht mal abwechselnd in seltenen Wochen auf Platz 2. Früher mit einem Google PageRank von 6, heute immer noch auf Platz 1 mit einem PR von 3.

Es gilt also nicht zu sehr auf den PageRank zu schielen, stattdessen einfach gut und sauber arbeiten, dann funktioniert es auch mit guten SERPS.

5. Footerlinks und Linklisten

Footerlinks tauschen und in Linklisten eintragen soll gute Suchergebnisse bringen. Auf keinen Fall würde ich das als einzelne Massnahme empfehlen. Für Suchmaschinen ist es relativ einfach Links im Footer einer Website oder auf einer Unterseite namens partner.html oder links.html zu erkennen. Diese Links sind in den meisten Fällen Verweise, welche durch Linktausch zustande kamen. Genau das möchte Google und die anderen Suchmaschinen aber verhindern. Es ist zu beobachten dass die Suchmaschinen laufend Fortschritte machen auf diesem Gebiet und diese Links je länger je weniger Wert sind. Lieber ein guter Link von einer guten Website als 20 Links aus verschiedenen Linklisten.

Wenn eine Website hunderte von eingehenden Links aufweist, der schaden auch ein paar Footerlinks oder Verweise von Partnerseiten nicht, wer aber lediglich auf dieses Pferd setzt kommt nie zum Ziel.

6. Eigene Linknetzwerke

Ich werde immer wieder gefragt, warum man denn keine eigenen Linknetzwerke macht. Verschiedene Domains auf verschiedenen IP Adressen und dann die ganzen Seiten miteinander verlinken. Das müsste doch sehr gut sein für die Seiten. Auch hier muss ich mit einem grossen: ACHTUNG, lieber nicht antworten. Diese Methoden haben noch bis im Sommer 2006 funktioniert, aber seit dem sogenannten „Jagger Update“ von Google ist es vorbei damit. Der Suchmaschinengigant erkennt sehr gut in sich abgeschlossene Netzwerke. Dabei spielt es nicht mal eine Rolle ob diese auf verschiedenen IP’s mit verschiedenen Class-C Netzen liegen. Auch ein paar eingehende Links von anderen Websites helfen nicht weiter. Einfach gesagt erkennen die Suchmaschinen sehr gut, wenn dieselben Leute oder Gruppen sich untereinander die Links zuschieben. Ich empfehle an dieser Stelle viel mehr die ganze Kraft in ein Projekt zu stecken, als die Kraft in vielen, kleinen nutzlosen Projekten untergehen zu lassen.

7. Frames und Tabellen

Frames sind verboten. Suchmaschinen bekunden noch heute Mühe mit dem auslesen von Seiten mit Frames. Insbesondere sind die Links aus den Suchmaschinen oft fehlerhaft. Frames können auf keinen Fall empfohlen werden und sind nicht mehr zeitgemäss.

Internetseiten welche mit Tabellenstruktur aufgebaut sind kommen auch in die Tage. Neue Webprojekte sollten auf jeden Fall mit DIV’s und CSS aufgebaut werden, denn nur so ist eine optimale Kontrolle über einen kurzen, sauberen Quellcode möglich. Eine Suchmaschine liest den Quellcode von oben nach unten. Je früher der relevante Content im Quellcode vorkommt, desto wichtiger ist er für die Suchmaschine. Wird eine Website mit DIV’s aufgebaut, so kann der Content schön in der Reihenfolge der Wichtigkeit aufgebaut werden. Suchmaschinenirrelevanter Inhalt kommt dem zur Folge ganz am Schluss im Code. Nicht so aber beim Aufbau mit Tabellen. Hier kann wichtiges durchaus mal zu unterst im Code stehen während irgendwelche AdCodes ganz weit oben anzutreffen sind. Das ist für Suchmaschinen nicht wirklich ideal.

8. Falsche Formatierung / Unsichtbarer Text

Immer wieder gesehen, aber nicht gut für Suchmaschinen sind versteckte Texte mit denen der Suchmaschine Content vorgegaukelt werden soll, welcher der User nicht sieht. Weisser Text auf weissem Hintergrund ist genau so verboten wie schwarzer Text auf schwarzem Bild oder roter Text auf rotem Hintergrund. Die Suchmaschinen sind nicht mehr blöde, erkennen solche Methoden und strafen die Seiten entsprechend ab. Das kann böse Folgen für die betroffene Website haben.

Auch immer wieder gesehen sind Formatierungen von Titel und Text mit Font Tags. Damit kann eine Suchmaschine wenig anfangen während aber Tags wie <h1>; <h2>; <h3>, <img alt=“Keyword“> und <b> von einer Suchmaschine als wichtig erachtet werden. Es gilt also diese Tags zu verwenden für die relevanten Keywords.

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4 Responses to “Irrtümer aus dem Bereich SEO”

  1. tameco Says:

    …nette Aufstellung mit zahlreichen (traurigen) Wahrheiten ;-)

  2. Ralph Says:

    Endlich einmal Klartext! Es ist viel wichtiger, sich auf DIE wenigen Keywords zu konzentrieren, mit denen die jeweilige Seite gefunden werden will. So ist es weniger ein Informatik Thema sondern ein Business Thema. Ich muss wissen, was ich verkaufen will.

  3. tcb Says:

    ric, Danke für die tolle Zusammenfassung. Die solltest du mal auf Ayom publizieren, was uns viele sinnlose Posts von Newbies ersparen würde.

  4. Basti Says:

    Nette Aufstellung, danke.

    von wegen DIV’s und CSS und so… das Stichwort ist „Standards-Compliant“; Trennung von Inhalt und Design sowie logisches HTML.

    Wer seine Webseite gemäss den W3C-Standards erstellt, hat nach meiner Erfahrung den Grossteil der SEO schon erledigt.

    Und Keywords – sofern die im HEAD gemeint sind – sind sinnlos, da sie praktisch gar nicht mehr berücksichtigt werden. Besser eine klare Description pro Seite, ein klarer TITLE-Tag und logische, auch von Otto-Normalbürger lesbare URLs.

    Die wichtigsten Keywords sollten im Inhalt der Seite (im Fliesstext) vorkommen. Aussagekräftige Titel (in h1, h2 usw verpackt, wie auch oben schön aufgeführt) tun ein Übriges zur SEO.

    CONTENT IS KING!


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