Google greift Internetforscher an

Juli 15, 2008

Mark Berger
COO
PartyGuide.ch AG

Das geht aus einem Eintrag im offiziellen Weblog des Suchmaschinenbetreibers hervor. Mit dem kostenlosen Ad Planner greift Google etablierte Marktforscher wie Comscore oder Nielsen an, die vergleichbare Nutzungsdaten erheben und gegen Gebühr an Werbetreibende weitergeben. Die Aktien von Comscore gaben nach Bekanntwerden des Google-Angebots zeitweise um rund 13 Prozent nach. Weder Nielsen noch Comscore wollten zu den Google-Plänen Stellung nehmen.

Mit einem neuen Messservice drängt Google ins Geschäft mit der Mediaplanung. Jetzt startete der Onlinekonzern mit dem Google Ad Planner einen Dienst, der Werbekunden Daten über die Nutzung von Websites liefert.

Statistiken über Seitenzugriffe, Verweildauer oder die soziodemografische Zusammensetzung der Nutzer einer Website sind die Grundlage der milliardenschweren Werbeausgaben im Internet. Anhand dieser Daten entscheiden Werbekunden, bei welchen Onlineangeboten sie die Zielgruppe ihrer Werbung am effektivsten ansprechen können.

Google erhofft sich von dem neuen Angebot einen weiteren Schub für sein Geschäft mit Onlinewerbung. Denn je mehr die Werbetreibenden über ihre Zielgruppe und deren Onlineverhalten wissen, desto mehr Werbung werden sie auch schalten, so die Erwartung.

Während Anbieter wie Comscore oder Nielsen die Nutzungsdaten in repräsentativen Kontrollgruppen und Umfragen erheben, greift Google direkt auf die Daten der Webserver zurück. Damit reagiert der Onlinekonzern auf Stimmen, die die herkömmlichen Erhebungen als zu ungenau kritisieren.

Bereits jetzt spielt Google mit seinem Dienst Adsense eine führende Rolle im Onlinewerbegeschäft. Über Adsense können die Betreiber von Websites ihre Angebote automatisch mit Werbeanzeigen bestücken lassen, die auf die jeweilige Nutzergruppe zugeschnitten sind.

Dass Google nun auch Nutzungsdaten erheben will, löst bei einigen Werbetreibenden Argwohn aus. „Aus unserer Sicht ist das Letzte, was wir wollen, dass dieselbe Firma, an die unsere Werbegelder fließen, uns auch bei der Mediaplanung berät“, zitiert das „Wall Street Journal“ eine Werbemanagerin.

Quelle: Financial Times

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One Response to “Google greift Internetforscher an”


  1. In den USA gab es diesbezüglich schon heftige Reaktionen. Viele Agenturen und Werbetreibende sind der Meinung, dass man seine Markt-Statistiken nicht von der gleichen Firma beziehen sollte, wo man seine Buchung platziert. Aber warten wir ab, Google wird sicher wieder mit einem sehr guten Tool starten.


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