Layer Anbieter geraten zunehmend unter D…

Juni 29, 2008

Layer Anbieter geraten zunehmend unter Druck. Spiegel.de hat erst kürzlich einen interessanten Artikel zum Thema veröffentlicht (Firmen bekommen Werbebetrug auf Porno-Portalen nicht unter Kontrolle). In erster Linie geht es darum, dass seriöse Werbetreibende (z.b. TUIfly, Karstadt und Sportscheck) Ihre Anzeigen auf Seiten mit rechtswidrigen Inhalten wiedergefunden haben. Das Problem der Layer Werbung ist aber bedeutend grösser als im Spiegel Artikel dargestellt.

Hintergrund Layer Werbung:

Layers sind Werbeformate, die sich wie ein Browser Fenster über den Inhalt der eigentlichen Website legt und die beworbene Seite gleich in diesem Fenster öffnet.

Layers sind nicht zu verwechseln mit Flash-Overlay-Bannern die in der Schweiz häufig für Branding Kampagnen eingesetzt werden. Bei Flash-Overlay-Bannern wird lediglich ein Werbeformat geladen und über die Website geschoben. Es wird nicht die Website des Kunden direkt im Layer geladen.

Bekannte Layer Anbieter:

– Sponsorads.de
– Layer-ads.de
– Bin-Layer.de
– Euros4Ads.de
– Euros4Clicks.de
– Moneymakers.de

Was für Werbung wird bei Layer Anbietern angezeigt?

Layer Anbieter sind Publisher der grosse Affiliate Netzwerke. Im Spiegel Artikel sind Zanox und Affilinet erwähnt. Die Layer Anbieter holen sich also die Linkcodes in den Affiliate Systemen und zeigen diese Seiten in den Layers an.

Warum ist das problematisch?

1. Wie im Spiegel Artikel beschrieben, ist es für den Werbekunden unmöglich zu kontrollieren, wo die Werbung überall angezeigt wird. Das Risiko, dass die Werbung auf illegalen Seiten oder Seiten die dem eigenen Brand schaden erscheint, ist relativ gross. Für die Layer Anbieter ist nicht sehr entscheidend, wo die Werbungen erscheinen, sondern nur, wieviele Leute sie damit erreichen. Und das ist sogleich das zweite, noch grössere Problem.

2. Layer Anbieter öffnen mit jeder Layer Einblendung die Website des Werbekunden über den Trackinglink des Affiliate Netzwerkes. Damit wir bei jeder Einblendung ein Trackingcookie beim User gespeichert. Kauft dieser User nun innert einer gewissen Frist ein Produkt dieses Werbekunden, erhält der Publisher und das Affiliate Netzwerk eine Vergütung dafür (Sales Provision). Somit bezahlt der Werbekunden eine Provision für Verkäufe, die er so oder so gehabt hätte. Anders gesagt, das Affiliate Netzwerk weist dem Werbekunden vermittelte Verkäufe aus, die faktisch nicht vermittelt wurden.

Ist das auch ein Problem in der Schweiz?

Es ist tatsächlich so, dass es auch Schweizer Firmen gibt, die bewusst oder unbewusst über ein Affiliate Netzwerk Werbung über Layer Anbieter schalten. Dazu gehört zum Beispiel die Cablecom (siehe Screenshot).

 

In diesen beiden Beispielen sieht man, dass die Cablecom Website im Layer des Anbieters Bin-Layer.de geladen wird. Die Trackinglinks hat Bin-Layer vom Affiliate-Netzwerk geholt, wo Cablecom aktiv ist. Würde Bin-Layer nun jedem Schweizer Internet-User ein Trackingcookie auf die Festplatte speichern, könnte Cablecom keine eigenen Verkäufe mehr generieren. Alle potentiellen Kunden gehören bereits Bin-Layer und dem Affiliate-Netzwerk welches dieses Programm anbietet und den Publisher Layer Publisher unterstützt. Die Cablecom bezahlt also Provisionen für Verkäufe die sie so oder so generiert hätten.

Wie kann man als Werbekunde festellen, on ein Layer Anbieter Werbung für das eigene Angebot schaltet?

1. Sprechen Sie mit dem Account Manager Ihres Affiliate-Netzwerkes. Fragen Sie Ihn, ob ein Layer-Publisher für Ihr Programm aktiv ist.

2. Schauen Sie in Ihren Statistiken, on einer dieser Namen als Publisher vorkommt:

– Sponsorads.de
– Layer-ads.de
– Bin-Layer.de
– Euros4Ads.de
– Euros4Clicks.de
– Moneymakers.de

Es ist sehr gut möglich, dass der Publisher nicht mit dem Namen des Netzwerkes angemeldet hat. In diesem Fall prüfen Sie folgendes…

3. Gibt es einen Publisher mit SEHR vielen Klicks, vielen Verkäufen aber einer SEHR tiefer Conversion Rate? Dabei handelt es sich mit grosser Wahrscheinlichkeit um einen Cookie-Dropper oder Layer Publisher.

4. Einige Netzwerke unterstützen die Layer Publisher dahingehend, dass sie die Klicks nicht mehr als Klicks, sondern als Ad Impressions ausweisen. Damit wird es etwas schwieriger, einen Cookie Dropper zu finden: i) Gibt es einen wichtigen Publisher in Ihrer Statistik, der Einblendungen und Sales generiert, aber keine Klicks? Oder ii) gibt es einen wichtigen Publisher in Ihren Statistiken der viele Verkäufe generiert und bei dem die Ad Impressions fast gleich hoch sind wie die Anzahl der Klicks; das heisst, dass die Klickrate SEHR hoch ist?

5. Ziehen Sie einen Profi bei, der sich mit Affiliate-Netzwerken, Tracking-Links, Cookie-Dropping und Layer Publisher auskennt. Lassen Sie diesen Profi Ihre Statistiken des Affiliate-Netzwerkes analysieren.

6. Teilen Sie Ihrem Affiliate Netzwerk unter Androhung von sofortiger Kündigung mit, dass bei Ihrem Programm kein Layer-Anbieter, Cookie Dropper oder sonstiger Site-Opener erlaubt ist. Ihr Affiliate Netzwerk darf diese Publishers auf keinen Fall schützen. Schützt das Affiliate Programm solche Publishers, unterstützt es damit direkt den Publisher dem Advertiser das geld aus der tasche zu ziehen. Und glauben sie nicht, dass es sich hier um ein kleines Problemchen handelt. Es kann durchaus sein, dass 95% oder mehr aller Sales die Sie ausgewiesen bekommen, über diese unlautere Methode generiert wurde. machen Sie Ihrem Programm-Anbieter also unbedingt klar, dass Sie solche Publisher auf Ihrem Programm nicht dulden.

Argumente der Layer-Anbieter:

Layer-Anbieter und die Affiliate Netzwerke die diese Form unterstützen argumentieren im Normalfall mit der Werbeleistung und Werbewirksamkeit dieser Werbeform. Eine gewisse Werbeleistung ist nicht abzustreiten. Aber wäre die Werbewirksamkeit tatsächlich so hoch wie argumentiert wird, dann könnte der Layer-Anbieter auch einen Werbebanner im Layer laden und nicht gleich die Seite des Werbekunden. Damit würden keine Cookies gedropped und die Werbeleistung würde fair vergütet werden.

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One Response to “Layer Anbieter geraten zunehmend unter D…”

  1. Daniel Says:

    Ein sehr guter Artikel und für Webmaster die Werbung schalten eine sehr gut Hilfe :)


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